Sind wir zu bequem um uns gesund zu ernähren?

Vor einigen Tagen hatte ich ein sehr interessantes Gespräch mit einer älteren Dame. Telefoniert hatte ich mit ihr wegen einer ganz anderen Thematik, aber irgendwie kamen wir auf das Thema Ernährung und Gesundheit, natürlich auch auf den Umstand dass die Menschen immer dicker und fetter werden. Im Laufe des Gespräches unterhielten wir uns darüber wie einfach es doch sein kann abzunehmen und dann auch schlank zu bleiben. Es ging dabei nicht einmal speziell um LCHF, sondern lediglich darum sich richtig zu ernähren mit frischen natürlichen Lebensmitteln. Wir waren uns weitgehend einig darüber, mit welcher Ernährung man zurückfinden kann zum Normalgewicht und einem schlanken und gesunden Leben. Dann sagte diese Frau zu mir (ich zitiere hier wörtlich):

@Zitat: Seien wir und doch einmal ehrlich: Die meisten Menschen heute sind doch viel zu bequem geworden um sich gesund zu ernähren. Denen ist es doch egal ob sie dick und fett sind, Hauptsache sie haben keine Arbeit mit ihrer Ernährung!

Ich muss zugeben dass ich ein wenig baff war, nicht etwa weil die Frau etwas falsches gesagt hat, sondern weil ich regelmäßig Prügel einstecke wenn ich selbst das so offen sage. Aber sie hatte recht, denn auch ich war nicht zu dick geworden weil ich mich gesund und richtig ernährt hatte und mit Sicherheit auch nicht weil ich zuwenig gegessen hatte. Auch ich hatte mich völlig falsch ernährt, auch ich war im Laufe der Jahre zu bequem geworden mich gesund zu ernähren. Das Ergebnis ist euch allen bekannt, 133 kg, Gesundheit im Eimer so dass ich nicht einmal mehr richtig laufen konnte. In der Zeit war ich mir durchaus bewusst dass ich etwas ändern muss, dass ich meine Ernährung umstellen muss, aber auch ich war sehr lange viel  zu bequem dafür. Dabei hatte ich Ausreden genug warum ich nichts ändern kann, denn die Ausreden und Rechtfertigungen gingen auch mir wirklich nie aus.

Wenn man sich heute einmal umschaut ist es tatsächlich so, dass viele weder die Notwendigkeit erkennen dass es sinnvoller wäre sich gesund zu ernähren, noch die Notwendigkeit vielleicht doch einmal abzunehmen. Zugegeben, ich war da keine Ausnahme und hätte mich meine Gesundheit nicht wachgerüttelt, vermutlich würde ich mir mein Gewicht heute noch schönreden! Doch für mich waren die gesundheitlichen Probleme und insbesondere der Blutzuckerspiegel von fast 500 eine spürbare Tatsache. Hier habe ich buchstäblich am eigenen Leib die Auswirkungen meiner falschen Ernährung erstmals gespürt. Gespürt – das ist für mich das Stichwort an der Sache, denn heute denke ich dass genau da das Problem liegt, warum ich vorher nichts unternommen habe, meine Ernährung nicht geändert habe: Die falsche Ernährung hatte keine spürbaren Folgen! Mein Übergewicht war lediglich eine sichtbare Folge, das hat aber nicht weh getan. Wenn ich zurückblicke muss ich sagen, dass ich mir vieles hätte ersparen können, wenn ich gesunde Ernährung früher ernst genommen hätte. Doch auch ich war voll der Ausreden, habe mir alles schön geredet, denn die Fertigprodukte waren ja so bequem. 

Das Problem ist wirklich dass man erst einmal einsehen muss, wie wichtig eine gesunde Ernährung ist. Doch mit dieser Einsicht ist es nicht weit her, zumindest solange nicht, solange es nicht weh tut. Erst wenn spürbare gesundheitliche Probleme auftauchen, werden wir (vielleicht) wach. Dabei ist es ja heute nicht unbekannt, welche Auswirkungen falsche Ernährung haben kann und auch hat. Dazu braucht man nur mit offenen Augen durch die Straßen zu gehen und sich die Statistiken über die entsprechenden Erkrankungen anschauen. Manchmal muss ich da an einen Alkoholiker denken. Alkoholiker sehen meist erst ein dass sie ein Alkohol Problem haben, wenn sie Quasi in der Gosse liegen. Vorher besteht keinerlei Einsicht, es wird verdrängt und schön geredet. Nun landet man bei falscher Ernährung sicherlich nicht in der Gosse, aber vermutlich einige Jahre früher auf dem Friedhof. Da muss ich immer an einen Onkel von mir denken, der im Alter von 64 Jahren viel zu früh an einem Infarkt verstorben ist. Wie oft wurde der Mann vom Arzt gewarnt, wie oft wurde er aufgefordert, seine Ernährung zu verändern. Doch als Saarländer meinte er immer: Lieber 10 Jahre früher sterben, dafür aber “gudd gess” (wie wir Saarländer sagen). Der Mann ist schon 25 Jahre tot. Damals war das Essen noch lange nicht so industrialisiert wie das heute der Fall ist. Die Gefahr sich völlig falsch zu ernähren hat sich ja in den letzten 30 Jahren um ein Vielfaches gesteigert.

Nun stellt sich die Frage, was kann man tun. Klar kann der Einzelne seine Ernährung umstellen, doch nur sehr wenige sehen hierzu die Notwendigkeit und noch viel weniger tun es. Wenn man wie ich die Konsequenzen am eigenen Leib gespürt hat möchte man die Menschen warnen, sie davor bewahren in die gleiche Falle zu laufen. Doch das ist wirklich nicht einfach, von gesunder Ernährung wollen die meisten nichts hören. Man fragst sich manchmal, warum die Menschen sich so wenig um ihre Gesundheit kümmern, doch ich habe es ja viele Jahre auch nicht getan. Zum Glück bekam ich einen Warnschuss vor die 12, das hat mich endlich wach gerüttelt. Ich bin da ehrlich genug zuzugeben, dass auch ich anders die Kurve nicht bekommen hätte, nicht zu einer gesunden Ernährung gefunden hätten. Und ich habe mich in den letzten Monaten sehr oft gefragt, warum nicht? Nur weil es bequemer und einfacher war? Weil ich nichts gespürt habe, mir nichts weh tat? Oder etwa der Herdentrieb, weil es alle tun und uns selbst die DGE   ungesundes Essen empfehlen und gut heißen? Vermutlich war es die Summe aus alle dem.

Umso glücklicher bin ich, dass ich de Kurve noch gekriegt habe, dass ich zurück gefunden habe zu einer gesunden und natürlichen Ernährung.Das diese Entscheidung richtig war kann ich jeden Tag an meinem Wohlbefinden und meiner wiedererlangten Gesundheit erleben. Ach ja, auf der waage kann ich es auch ablesen …

Doch mehr als den Ratschlag geben die Ernährung ernst zu nehmen und auf gesundes Essen umzusteigen, kann ich nicht tun und das ist ganz schön frustrierend …

 

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