Wie und warum funktioniert LCHF?

Bei unserer Ernährung dreht es sich nicht um Kalorienzufuhr und Kalorienverbrauch wie es leider eine weit verbreitete Meinung ist.

Kalorien ist ein Maß, um Energie zu messen und funktioniert wohl am besten, wenn man einen Ofen anfeuern möchte aber der menschliche Körper ist ein extrem komplexes Gebilde bei dem viele andere Faktoren auch eine Rolle spielen, wie z.B. Hormone.

Alle Kohlenhydrate (sowohl schnelle als auch langsame) werden im Magen zu einfachen Zuckerarten gespalten bevor sie durch den Darm ins Blut aufgenommen werden. Dies führt zu einem Anstieg des Blutzuckers und dies wiederum zur Steigerung des Hormons Insulin. Insulin aber ist das Hormon, das hauptsächlich für die Fetteinlagerung verantwortlich ist und uns sozusagen dick werden lässt.

In größeren Mengen verhindert Insulin die Fettverbrennung und der Überschuss an Nahrung wird in die Fettzellen eingelagert. Nach einer Weile führt dies wiederum zu einem Defizit an Nahrung im Blut wodurch Hungergefühle sowie das Verlangen nach Süßem entstehen. Die Folge davon ist, dass man mehr isst und der Prozess fängt somit wieder von vorne an; ein Teufelskreis wird in Gang gesetzt.

Ein hoher Blutzuckerspiegel und der darauf folgende hohe Blutinsulingehalt sind der Auslöser von Entzündungen und verursachen somit Entzündungsherde in den Gefäßwänden. Diese werden zu Plaque und diese wiederum zu Gefäßverkalkungen. Die Gefäßverkalkungen ihrerseits können sich zu Blutpfropfen (Thrombosen) bilden und somit entstehen Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Gefäßverstopfungen in den Beinen.

Bei begrenzter Einnahme von Kohlenhydraten bleibt der Blutzucker hingegen niedrig und folglich auch der Insulinwert. Man bleibt also nicht nur gesund sondern auch schlank, da das Fett aus dem Fettgewebe freigesetzt wird und die Fettverbrennung somit angekurbelt wird. Auf diese Weise verringert sich das Körperfett sukzessiv, besonders am Bauch bei stark übergewichtigen Menschen. Durch LCHF wird es also dem Körper leicht gemacht, von den eigenen Fettreserven zu leben, da deren Freisetzung nicht mehr ständig durch ein zu hohes Insulinniveau im Blut verhindert wird. Dies kann auch einer der Gründe sein, warum ein hoher Fettkonsum länger sättigt als der Konsum von Kohlenhydraten. In Studien, bei denen die Versuchspersonen mit LCHF so viel essen durften, bis sie satt waren, hat sich gezeigt, dass die Kalorienmenge geringer war als im Vergleich zu denen die „normales“ Essen gegessen haben.

Der Grundgedanke bei LCHF ist, dass man nur so viel isst, bis man satt ist, d.h. nicht zu viel und auch nicht zu wenig. Dies gilt auch, wenn man abnehmen möchte. Man soll versuchen auf die eigenen Körpersignale zu hören. Wenn man die Kohlenhydratzufuhr so weit wie möglich reduziert und gleichzeitig nicht an Fett spart, dann stellt sich der Körper automatisch darauf ein; diesen Vorgang nennt man hormonelles Abnehmen, statt Abnehmen durch Begrenzung der Nahrungsmenge und somit ständigem Hungergefühl. Man arbeitet sozusagen mit dem Körper (man ist immer satt und leidet nicht an ständigem Hungergefühl) anstelle gegen ihn (was man nämlich macht, indem man konstant hungrig ist).