6. Wie und wie viel soll ich essen?

Wie und wie viel soll ich essen?

Beide Teile der Frage sind schnell beantwortet:
Ganz normal bis man satt ist, dabei je nach Gewohnheit 2 - 3 Mahlzeiten am Tag zu sich nehmen. Hört sich doch einfach an, aber ich weiß aus meiner eigenen Erfahrung, dass es gerade in den ersten Tagen, manchmal auch Wochen in der Praxis nicht so einfach ist. Dies liegt meist daran, dass viele im Laufe der Zeit Essgewohnheiten entwickelt haben, die nicht so einfach von heute auf morgen abzulegen sind. Das ging mir in den ersten beiden Wochen auch so.
Mein erster Fehler war, dass ich viel zu viel gegessen habe. Allerdings nicht aus Hunger, denn nach dem Essen fühlte ich mich nicht nur satt, sondern total "überfressen", und zwar derart, dass mir in den ersten Tagen teilweise nach dem Essen richtig schlecht war. Ich war halt die Portionen von von vorher gewohnt, und dass ich schon satt war, bevor ich alles aufgegessen hatte, habe ich in der Zeit nicht gemerkt.
Der zweite Fehler war, dass ich wie gewohnt viele "Zwischenmahlzeiten" hatte. Diese waren zwar streng nach LCHF, eine Scheibe Käse hier, ein hart gekochtes Ei dort, am Abend beim Fernsehen mal einen halben (oder auch ganzen) Camembert genascht. Auch hatte ich mir noch viele Leckerlis einfallen lassen, sozusagen als Chips, Flips Ersatz, damit ich etwas LCHF mäßiges zum Naschen hatte.

Um es vorweg zu sagen: Beide Probleme haben sich von alleine gelöst!

Auch hier spielte der Skaldeman wieder eine wichtige Rolle. Nachdem ich verstanden hatte, dass der Fettanteil pro Mahlzeit höher sein soll als die Summe von KH und Protein, habe ich gezielt darauf geachtet, dass dies bei meinen Mahlzeiten der Fall war.

Auch habe ich daher, dass ich immer das Gefühl hatte überfressen zu sein, von Tag zu Tag weniger gegessen. Man kann auch sagen ich habe begonnen bewusster zu essen, und habe dann auch wieder ein satt Gefühl entwickelt. Dabei war ich erstaunt, dass mir 1/3 der früheren Portionen reichte. So wie sich die Portionen reduziert haben, war ich auch satt bis zur nächsten Mahlzeit. Dadurch hatte ich immer weniger das Verlangen nach Zwischenmahlzeiten. Auch Abends beim Fernsehen hat sich das erledigt, ich brauche es nicht mehr, obwohl ich teilweise schon gegen 17:00 Uhr zu Abend esse.

Daher mein Tip:
- auf den Skaldeman achten
- langsam und bewusst essen, bis man satt ist
- keine Zwischenmahlzeiten
- morgens mit Fett beginnen, damit der Körper in den "Fettverbrennungsmodus" kommt.

Warum sollte man dies tun?

Es heißt immer, man muss keine Kalorien zählen, und dies ist auch richtig. Aber nicht deshalb, weil man sinnlos Fett in sich rein schaufeln kann wie man lustig ist, sondern man muss deshalb nicht zählen, weil der Körper über das satt Gefühl die Menge an Nahrung (Fett) anfordert die er braucht, um zu einem gesunden Normalgewicht zu kommen.

Warum ist es wichtig, schon morgens mit Fett zu beginnen ?
Ganz einfach: Der Körper beginnt mit der Fettverbrennung, wirft sozusagen den Ofen an um Energie zu gewinnen. Im Laufe dieser Fettverbrennung greift er auch auf das eingelagerte Körperfett zurück und nutzt dieses als Brennstoff. Voraussetzung dass dies funktioniert ist, dass keine KH zugeführt werden, oder nun in geringem Umfang. Hier gilt wenn man abnehmen will: Je weniger KH, desto besser. Denn wenn der Körper KH bekommt, wird er erst einmal diese zur Energiegewinnung verwenden, und das Fett landet auf den Hüften. Jetzt wird auch deutlich warum man sich die Zwischenmahlzeiten verkneifen sollte: Wenn der Körper ständig neuen Brennstoff bekommt, braucht er nicht auf eingelagertes Fett zurück zu greifen, er verbrennt also weniger bis gar kein Körperfett. Nun gibt es Menschen wie mich, die morgens nicht Frühstücken, ich persönlich kann in der Früh wirklich nichts essen. Das stellt aber kein Problem dar, ich trinke morgens meinen Buttercafe, damit habe ich zum Beginn des Tages ca. 30 - 40 g Fett.

Den richtigen Zeitpunkt finden:
Den richtigen Zeitpunkt finden, was heißt das eigentlich? Nun, wir wurden ja meist so erzogen, dass wir zu bestimmten "Essenszeiten" essen sollten oder mussten. Schon als Kind habe ich nicht eingesehen zu essen, nur weil angeblich die Zeit dazu war. Obwohl man heute doch schon weitestgehend davon abgekommen ist, steckt es immer noch in unseren Köpfen drin. Doch den richtigen Zeitpunkt zu essen gibt unser Körper uns vor, dadurch dass er Hunger meldet. Dann, und nur dann, sollten wir essen. Wenn nun die anderen Schritte befolgt werden, die Zusammenstellung der Mahlzeit stimmt, und wir nun essen bis wir satt sind, ist die Welt in Ordnung.
Das hört sich nun sehr einfach an, und das ist es auch. Allerdings wird man als Anfänger in den ersten Tagen und vielleicht auch Wochen noch so seine Probleme damit haben. Warum das so ist, hat verschiedene Ursachen. Wir dürfen nicht vergessen, dass viele, die mit LCHF beginnen, große Probleme mit dem Satt Gefühl haben, verlernt haben satt zu sein. Auch wurde uns vorgebetet, dass viele kleine Mahlzeiten besser sind als drei große.

Meine Erfahrung war, als bei meinen Mahlzeiten der Skaldeman in Ordnung war, sprich der Fettanteil der Mahlzeiten in Ordnung war, war ich plötzlich mit 1/3 der Portionen satt, die ich vorher gegessen habe. Auch wurden die Abstände größer, bis ich wieder Hunger hatte. Früher kam der Hunger schon nach 1,5 - 2 Stunden wieder, oft auch nur der Heißhunger. Für mich persönlich ist wichtig, morgens den Tag mit Fett zu beginnen. Da ich aber am Morgen noch nichts essen mag, löse ich das mit meinem Buttercafe. Den trinke ich meist gegen 9:00 Uhr, und bin dann zufrieden bis gegen 14:00 Uhr. Wenn man die Regeln beachtet so meine Erfahrung, gibt der Körper sowohl die richtige Menge, als auch den richtigen Zeitpunkt vor, vorausgesetzt der Skaldeman ist in Ordnung. Wobei auch hier gilt: Die Kohlenhydrate niedrig halten. Ich habe es ja getestet, und habe anderthalb Wochen mal die KHs erhöht und es nicht so genau genommen, und schon hat sich der Heißhunger zurück gemeldet, und auch die Satt Zeiten haben sich verkürzt. Ganz abgesehen davon stand mein Gewicht wie eine Mauer.

Auf die Menge kommt es an:
Die Menge war anfangs ein Problem, und doch wieder nicht. Ein Problem deshalb, weil ich die Mengen gekocht und gegessen habe wie vorher auch. Es hieß ja auch überall man kann essen soviel man will, und Kalorien zählen braucht man auch nicht. Dies ist aber so nicht ganz richtig und wird oft falsch verstanden.
Richtig ist, dass man keine Kalorien zählen muss und sich auch satt essen kann, wenn sich mal alles eingespielt hat, und der Körper sich umgestellt hat. Denn dann gibt der Körper wirklich die benötigte Menge vor.
Falsch ist aber gerade einen Anfänger in diesen für ihn noch verwirrenden Aussagen zu bestärken, denn er versteht es in der Regel völlig falsch. Mir ging es am Anfang auch so.

Auf den richtigen Weg kam ich erst durch 2 Dinge:

1. Als der Skaldeman stimmte
2. Als ich die KHs konstant unter 10g / Tag gehalten habe

Dadurch dass der Fettanteil in meinen Mahlzeiten stimmte, wurden die Portionen von alleine kleiner. Ich war schneller satt. Und die Abstände bis ich wieder Hunger bekam wurden länger. Nun erst bewahrheitete sich für mich die Aussage, dass man keine Kalorien zählen muss, denn jetzt steuerte mein Körper über das Hungergefühl die Menge Nahrung die ich brauche. Als ich dann nachgerechnet habe, war alles im grünen Bereich, was am Anfang bei weitem nicht der Fall war.

   

One Comment

  1. Butterkaffee | tarlucy 29. September 2015

    […] 20 g KH zu uns nehmen können….aber hier wird um Minimierung auf möglichst sogar unter 10 KH empfohlen. Also etwas umdenken….und ich habe BUTTERKAFFEE kennen gelernt. Als ich uns den […]