3. Richtig Einkaufen

Nach LCHF einzukaufen war zunächst mal überhaupt kein Problem, so dachte ich jedenfalls. Ich hatte ja sorgfältig gelesen was man nach LCHF essen soll, und was nicht. Also rein in den Laden, und den Wagen voll gepackt mit dem, was man nach LCHF bevorzugen sollte: Fleisch, bevorzugt besonders fettes, Fisch, Gemüse, Butter, Sahne, Creme Fraiche, Creme Double, Käse, Quark, Frischkäse, Eier usw. usw. , und auch ein 500 g Glas von meinem Lieblings Joghurt war dabei. Dabei habe ich mal gleich zwei Fehler gemacht, wie sich dann in den nächsten Tagen herausstellen sollte.

1. Habe ich viel zu viel eingekauft. Ich hatte ja immer noch die Mengen von vorher im Kopf, und habe im Traum nicht dran gedacht, dass sich daran kurzfristig etwas ändern würde. Ich hatte ja auch gelesen, dass man sich satt essen soll, und ich wusste ja aus den letzten Monaten, welche Portionen erforderlich sind, um mich satt zu fühlen. Obwohl ich in den ersten Tagen aus alter Gewohnheit mehr gegessen habe als ich wirklich Hunger hatte, war es doch Mengenmäßig viel weniger, als vorher. Dies hatte zur Folge, dass ein Teil der Sachen erst einmal im Gefrierschrank gelandet ist. Auch hatte ich in der Zeit plötzlich das Gefühl überfressen zu sein, das war mir ja mal völlig neu, vor allem bei den schon deutlich kleineren Portionen. Nun begann ich quasi von alleine, langsamer und mit mehr Bedacht zu essen, und begann auch plötzlich ein Sättigungsgefühl wahr zu nehmen. Dieses Gefühl des satt seins stellte sich bei Mengen ein, die noch etwa 1/3 von dem ausmachten, was ich vorher verdrückt hatte. Beim nächsten Einkauf habe ich dann die gekauften Mengen schon um die Hälfte reduziert, was sich aber immer noch als zuviel herausstellte. So ab der dritten Woche bekam ich dann langsam ein Gefühl für die "neuen Mengen", und das ganze begann sich einzupendeln.

Mein Tipp:
Anfangs weniger einkaufen, wenn nötig halt lieber öfter. Wenn man sich nach LCHF ernährt beginnt der Körper von alleine die Menge zu bestimmen, die er braucht, die für ihn gut sind. Dies braucht ein paar Tage, vielleicht auch Wochen, bis es sich eingespielt hat.

2. Ich habe nicht auf die Verpackung geschaut!
In den ersten tagen habe ich sozusagen nach Gefühl eingekauft. Dies hatte zur Folge, dass einige Dinge in meinem Kühlschrank gelandet sind, die ich gar nicht wollte! 
Beispiel Käse - hier ist die Bandbreite sehr groß. Es gibt viele Sorten mit 0 oder ganz wenigen KH, es gibt aber auch Sorten, die mehr KH haben, als ich haben wollte. Ein Blick im Laden auf die Nährstoff Angabe hätte mir erspart, nun den falschen Käse im Kühlschrank zu haben. Ähnlich ging es mir mit Quark und Joghurt, beides hat mir im Moment zu viele KH, dies habe ich aber erst zu Hause festgestellt. Ebenso beim Gemüse: Ich liebe zum Beispiel Brokkoli. Als ich aber dann gesehen habe, dass in 100 g 2,4 g Zucker enthalten sind, war er für mich erst einmal tabu. Nun ist nicht jeder so streng mit den KH wie ich, aber darum geht es mir hier auch nicht. Egal welche Ziele man sich setzt, man kann sich vor bösen Überraschungen gleich von Anfang an schützen, wenn man sich vorher informiert.

Mein Tipp:
Nicht ziellos nach Gefühl einkaufen, sondern sich eine Liste machen, welche Lebensmittel man einkaufen möchte, und hier vor dem Einkauf klären, ob und wie viele KH enthalten sind. Dann auch im Laden
grundsätzlich immer auf die Verpackung schauen, auch wenn man meint, da kann ja nichts schlimmes drin sein. Man wird sich am Anfang wundern, wo überall KH oder Zusatzstoffe enthalten sind. Oft findet man sie da, wo man sie absolut nicht erwartet hätte. Ich gehörte am Anfang auch zu denen die meinten, Listen und Tagebücher seien nur Zeitverschwendung. Das Gegenteil war der Fall. Als ich mir in FDDB meine Lebensmittel in Listen zusammen gesucht hatte, wurde vieles einfacher und übersichtlicher.