Braucht man bei einer natürlichen Ernährungsweise gekörnte Brühe?

Wenn man sich für eine natürliche Ernährungsweise entscheidet sollte man sich auch darüber im klaren sein, was dies in der Praxis und dem Alltag bedeutet: Man sollte sich seine Mahlzeiten auf natürlichen, frischen Lebensmitteln und Zutaten zubereiten. Hört sich sehr einfach an, scheint aber doch unendlich schwer zu sein. Aus welchem Grund wohl werden von vielen (oder sogar den meisten) permanent Fertigprodukte benutzt? Verblüffend ist auch, mit welch fadengründigen Behauptungen Fertigprodukte gerechtfertigt und legitimiert werden (zumindest versucht man dies). Besonders beliebt scheint neben Soßenpulver, Mayo aus der Tube oder Hollandaise aus dem Tetrapack die gekörnte Brühe zu sein.

Die Ausreden sind freilich immer die gleichen, meist sind es Zeitgründe die als Ausreden herhalten müssen. Da wird groß schwadroniert dass es Menschen gibt, die schließlich arbeiten müssten und daher keine Zeit hätten, solche Dinge selbst herzustellen. Daher sei es völlig legitim auf entsprechende Fertigprodukte zurückzugreifen (klar, man kann sich alles schönreden und für jeden Unsinn eine Begründung finden). Richtig ist, dass jeder tun und lassen kann was er will, traurig ist allerdings dass dann immer die, die nicht auf Fertigprodukte zurückgreifen regelrecht beschimpft und beleidigt werden. Da wird einem unterstellt man sei Arbeitslos oder Rentner und hätte einfach zuviel Zeit. Dabei haben derartige unflätige Angriffe in Wirklichkeit nur einen einzigen Hintergrund: Das eigene Unvermögen zu überspielen. Wenn ich persönlich von etwas keine Ahnung habe halte ich zu dem Thema einfach die Klappe, statt diejenigen dumm anzumachen, die wissen wie man es richtig macht und dies auch tun.

Fakt ist, gekörnte Brühe braucht kein Mensch, auch dann nicht, wenn man wirklich wenig Zeit hat. Voraussetzung ist natürlich, dass man weiß, wie man ohne auskommt und zumindest die Grundregeln des Kochens beherrscht. Hat man diese Kenntnisse nicht, sieht es natürlich sehr düster aus. Die ganzen Hilfsmittel, die von der Industrie so angeboten werden braucht kein Mensch und kein Koch der ein wenig Ehre im Leib hat, wird diesen Kram anfassen. Es gibt immer Situationen in denen es recht schnell gehen muss, aber da gibt es dann Möglichkeiten genug, aus frischen und natürlichen Zutaten eine sehr schnelle Mahlzeit zuzubereiten.

Dabei hat man in der Regel, wenn man sich denn wirklich mit natürlichen Lebensmitteln und Zutaten ernährt, Brühen sozusagen als Abfall ausreichend zur Verfügung. Da ich z.B. viel frisches Gemüse verwende, fallen da reichlich Abschnitte beim Putzen an, die fliegen natürlich nicht in die Bio Tonne oder auf den Kompost. Alles was so anfällt, wandert bei mir in einen Topf mit Wasser und wird zur Gemüsebrühe verarbeitet. Genauso fällt regelmäßig mehr Fleisch oder Hühnerbrühe an, als ich verbrauchen kann, selbst dann nicht, wenn ich sie einfriere. Wobei wir schon bei der nächsten Ausrede sind: Es gibt Menschen, die haben keinen Gefrierschrank oder nur ein kleines Tiefkühlfach. Nun, dem kann man sicherlich Abhilfe schaffen, denn ein Gefrierschrank ist eine sehr nützliche Angelegenheit, gerade wenn man sich mit natürlichen Lebensmitteln ernähren möchte. Ein finanzielles Problem kann es nicht sein, denn für Flachbildfernseher, Smartphones neuester Generation oder Laptop ist ebenso Geld vorhanden, wie für allen möglichen anderen Schnickschnak. Auch ein Platzproblem kann es nicht sein, denn es gibt heute Gefrierschränke in allen Größen, die auch in der kleinsten Lücke Platz finden. Es ist wie so oft viel mehr eine Frage des Wollens.

Was den Zeitfaktor angeht bekommt man dann ganz vorwurfsvoll und fast schon verächtlich an den Kopf geworfen, dass eine Gemüsebrühe schließlich 2,5 - 3 Stunden braucht. Das ist erst einmal richtig (bei mir steht sie sogar noch viel länger auf dem Herd), hier ist dann eine entsprechende Planung und Organisation gefragt. Eine Brühe, egal ob Gemüsebrühe, Hühnerbrühe oder Fleischbrühe kann man nicht in 5 Minuten herstellen, das ist so. Hier ist also etwas Vorausplanung angesagt. Lustig ist deshalb auch die Begründung, dass man ja meist nicht soviel Zeit habe, weil eben die Brühe so lange braucht. Auch diese Ausrede ist völliger Unfug. Klar steht die Brühe mehrere Stunden auf dem Herd, doch da muss ich nicht neben dran stehen und aufpassen, dass der Topf nicht vom Herd fällt. Der effektive Zeitaufwand eine Brühe anzusetzen beträgt zwischen 5 und max. 10 Minuten, ebenfalls nochmal 5 Minuten beim Passieren. Wer diese 10 - 15 Minuten nicht aufbringen kann, der sollte lieber einmal über sein Zeitmanagement nachdenken, als dumm und fresch daherzureden. Da werden Stunden am Tag in Internetforen verbracht, massenhaft Beiträge gepostet, jeder Pups in sozialen Netzwerken dokumentiert, aber um eine natürliche Ernährung richtig umzusetzen muss man angeblich arbeitslos oder Rentner sein. Da kann ich mich nur am Kopf kratzen und fragen: gehts noch? Früher haben die Menschen wesentlich mehr arbeiten müssen als heute, dennoch haben sie es auf die Reihe bekommen (bzw. auch müssen), ihre Mahlzeiten aus frischen und natürlichen Zutaten zuzubereiten. Es gab weder Fertigprodukte, noch all diese Hilfsmittel, die man heute zur Verfügung hat. Daher sollten gerade diejenigen, die mit immer neuen Ausreden und Ausflüchten um die Ecke kommen mal darüber nachdenken, ob nicht eigene Defizite die wirkliche Ursache des Problems sind.

Doch auch dann, wenn ich mal keine Brühe zur Hand habe (was auch bei mir vorkommt), brauche ich nicht auf irgendwelche Fertigprodukte zurückzugreifen, es geht auch anders. Wenn ich kein Fahrrad habe, kann ich keine Radtour machen, wenn ich keine Fleischbrühe habe, gibt es eben keinen Eintopf, so einfach ist das. Die Gerichte, bei denen eine Brühe unbedingt erforderlich ist mache ich dann, wenn ich Brühe zur Verfügung habe (oder Zeit und Muße habe eine zu kochen) und nicht dann, wenn gerade keine verfügbar ist und es noch dazu sehr schnell gehen muss.

Gekörnte Brühe, Soßenpulver und all die anderen Hilfsmittel die die Industrie heute anbietet, haben nur 2 Berechtigungen:

1. Wenn man nicht weiß, wie man ohne kocht
2. Wenn man zu bequem (oder sollte man besser sagen zu faul?) ist, um seine Mahlzeiten aus frischen und natürlichen Zutaten zuzubereiten

Weiß man nicht wie es geht ist das keine Schande, man kann es sehr schnell lernen und vor allem heute überall im Internet nachlesen. Unzählige Videos zeigen wie es gemacht wird, und Kochsendungen gibt es wie Sand am Meer, in denen Schritt für Schritt gezeigt und erklärt wird, wie es geht und auch wie einfach das ist.

Ist man allerdings zu bequem sich ausschließlich frischer und natürlicher Lebensmittel zu bedienen, dann sollte man vielleicht ernsthaft darüber nachdenken, ob LCHF oder eine andere Ernährungsweise die auf natürlichen Lebensmitteln basierten wirklich das Richtige ist, statt Tatsachen zu verdrehen, dämliche Behauptungen aufzustellen und diejenigen angreifen, die es richtig umsetzen.

Keiner wird gezwungen und jeder kann tun was er möchte, gar keine Frage. Nur sollten diejenigen, die es nicht richtig umsetzen wollen oder können aufhören mit mehr als unsinnigen Rechtfertigungen und Ausreden die Regeln einer natürlichen Ernährung zu verbiegen wie es denn gerade in den Kram passt. Vor allem wäre es wünschenswert, wenn nicht diejenigen, die es richtig machen wollen auch noch beleidigt und dumm angemacht werden. Wer nicht will, der soll tun was er möchte, aber zum Thema dann einfach nur seine große Klappe halten, das gilt erst recht für diejenigen, die keine Ahnung haben, aber die Raffel so weit aufreißen dass es zieht!

Interessant und unlogisch ist auch, dass bei manchen Dingen nichts gut genug ist, da wird ein riesen Theater gemacht. In der Regel sind dies aber Produkte wie Butter oder Öl, die man fertig im Laden kaufen kann. Da ist zum Beispiel Deutsche Markenbutter nicht gut genug, es muss unbedingt Butter vom Weiderind sei. Klar, kann man so sehen, jedoch ist es dann albern dass immer dann, wenn es an die Bequemlichkeit geht, die liederlichsten Fertigprodukt plötzlich völlig legitim sein soll. Da ist dann Mayo aus der Tube ebenso in Ordnung wie Hollandaise aus dem Tetrapack oder Fleisch und Wurstwaren, die vor Zusatzstoffen und Geschmacksverstärkern nur so strotzen. Spricht man diese Unlogik leise an, bricht ein wahrer Shitstorm vom Allerfeinsten los, da ist sich die Gemeinde der Verweigerer dann völlig einig. Da reicht es schon zu behaupten man benutze ausschließlich natürliche Zutaten um den Zorn der Möchtegern Gesundernährern auf sich zu ziehen.

Nicht falsch verstehen: Jeder kann tun was er will. Wenn jemand den Arsch in der Hose hat zu sagen: Ich schaffe es nicht oder ich kann bzw. will dies oder jenes nicht weglassen oder umsetzen ist das ja völlig in Ordnung. Niemand wird gezwungen die natürliche Ernährung zu 100% umzusetzen. Auch kann man über alles diskutieren. Aber es ist unterste Schublade statt dieser Ehrlichkeit diejenigen anzugreifen und zu beleidigen, die es richtig machen wollen und auch tun. Doch die Zahl derer, die diesen Mumm und dieses Rückgrat haben ist leider ziemlich gering. Da wird lieber diffamiert, gehetzt und beleidigt was das Zeug hält und das nur aus einem einzigen Grund, nämlich um das eigene Versagen und Unvermögen in der Sache unter den Teppich zu kehren. Wer sich erdreistet die heilige Süßstoffkuh zu beleidigen oder festzustellen dass LCHF keine Nachbauten Diät ist, der wird zum Ziel massiver Anfeindungen. Dabei kann natürliche Ernährung nicht nur sehr einfach sein, sondern auch sehr schmackhaft. Und dazu braucht man weder Fertigprodukte, noch Süßstoffe oder all die Hilfsmittel, die die Industrie so anbietet. Da flüchtet man sich dann lieber in Ausreden oder Rechtfertigungen und redet sich das eigene Unvermögen schön indem man diejenigen, die es richtig machen wollen und vor allem auch können, als die Deppen, Dogmatiker oder Hardliner hinstellt. Eigentlich ist das lächerlich und eher zum schmunzeln, doch stört es erheblich die Kommunikation derer, die sich wirklich gesund und natürlich ernähren möchten. Ich denke dass es an der Zeit ist, diesen Möchtegern LCHF-lern mal die Stirn zu bieten und nicht zu jedem Unsinn aus lauter Höflichkeit Ja und Amen zu sagen. Es ist an der Zeit einiges gerade zurücken und den Tatsachen und Fakten ins Auge zu blicken. Es kann nicht sein, dass LCHF in Deutschland zur Nachbauten und Süßstoff Diät verkommt, noch bevor es hier richtig angekommen ist, nur weil einige es nicht auf die Reihe bekommen oder auf die Reihe bekommen wollen.

Wer sich nicht natürlich ernähren möchte oder kann, der soll sich doch bitte eine Ernährungsweise suchen die zu ihm passt und ihm genehm ist, das ist ja überhaupt kein Problem. Aber diese Leute sollten bezüglich natürlicher Ernährung dann auch einfach mal die Klappe halten, denn das dämliche Gelabere nervt einfach nur. Macht und esst was ihr wollt, aber verschont einfach die Welt vor eurem dummen Geschwätz, wenn es um natürliche Ernährung geht und darum, wie man diese umsetzt.

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